Gipsabfälle

Gipsabfälle

Gips ist in der modernen Bautechnik ein unverzichtbarer Werkstoff – insbesondere in Form von Gipswandbauplatten für Zwischenwände und Gipskartonplatten für den Trockenbau. Beim Rückbau von Gebäuden fallen große Mengen an Gipsplattenabfällen an, die nach entsprechender Aufbereitung hervorragend für die Herstellung neuer Gipsplatten geeignet sind.
Um diese wertvolle Ressource im Kreislauf zu halten und die getrennte Sammlung sicherzustellen, ist mit 1. Jänner 2025 die Recyclinggips-Verordnung in Kraft getreten. Sie schafft die rechtlichen Rahmenbedingungen für eine nachhaltige Wiederverwendung von Gips und leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Ressourcenschonung und Kreislaufwirtschaft.

Was passiert mit den Gipsabfällen?

Die wertvolle Ressource Gips kann endlos im Kreislauf zurückgeführt werden. Das erste Gips-zu-Gips-Recyclingwerk in Österreich startete im Jahr 2025 mit einer geplanten Kapazität von rund 60.000 Tonnen pro Jahr – hier werden Gipsabfälle aus Abbruch und Rückbau mit minimiertem CO2-Ausstoß hochwertig verarbeitet. Damit muss keine Gipskartonplatte mehr auf die Deponie wandern und es wird ein neuer ökologischer Standard bei der Verwertung von Bauabfällen geschaffen. 

Was darf zu den Gipsabfällen?

 ✅ Ja

  • Gipsplatten ohne Störstoffe
  • Gips-Wandbauplatten (Vollgipsplatten)
  • Gips-Feuerschutzplatten
  • Gipsplatte mit Vliesarmierung
  • Imprägnierte Platten (mit Silikon oder Wachs)
  • Gipsfaserplatten (bis zu 30%)
  • < 10 Vol.-% Fliesen und Fliesenkleber
  • < 10 Vol.-% Gipsputze (asbestfrei)
  • < 10 Vol.-% Elektrokabel, -rohre
  • < 10 Vol.-% Metall- und Holzprofile (für die Befestigung)
  • < 10 Vol.-% Folien, Plastik & andere Kunststoffteile
  • < 10 Vol.-% Holz & Holzwolle
  • < 10 Vol.-% Anhaftungen anderer Abfälle

❌ Nein

  • Asbesthaltige Platten
  • Dämmstoffe (Mineralfasern, EPS, XPS oder Verbundplatten)
  • (Zement)Putze mit Gipsanhaftungen
  • Kalksandstein
  • Porenbeton (Zement, Quarzsand oder Kalk)
  • Ziegel (gebrannter Ton oder Lehm)
  • Fliesstriche (Zement oder Calziumsulfat)
  • Schilf- und Strohmatten