Mit dem Slogan „Fällts nicht schwer, gibs her. Re-Use“ ruft die neue Kampagne in Vorarlberg zur Wiederverwendung gebrauchter Gegenstände auf. Ziel ist es, funktionstüchtige Dinge nicht wegzuwerfen, sondern sie weiterzugeben – sei es durch Spenden oder über Re-Use-Sammelstellen.
Die Suche nach dem richtigen Zugang
Gemeinsam mit der Agentur Zeughaus ist der Vorarlberger Gemeindeverband auf die Suche gegangen, Möglichkeiten zu finden die Re-Use-Bemühungen in Vorarlberg an ein breiteres Publikum zu kommunizieren. Nach einer Analyse der Zielgruppen konnten bestimmte Gruppen, wie die Personen mit erhöhtem ökologischem Bewusstsein und in den Gemeinden oder sozial engagierte Personen ausgeschlossen werden. Bei diesen Personengruppen kann davon ausgegangen werden, dass sie das System durch vorangegangene Kampagnen kennen.
Wir waren also auf der Suche nach einer Kampagne, die Motivation zur Wiederverwendung schafft und die jede:n trifft, auch Personen, die weder aus ökologischen noch aus sozialen Gründen zur Wiederverwendung sammeln wollen. Von dieser Gruppe konnten wir weder erwarten, dass sie Re-Use als Vorbereitung zur Wiederverwendung kennen, noch, dass sie sich durch das abfallwirtschaftlich etablierte Prinzip motivieren lassen können. Wir gruben also tiefer und kamen auf das zugrundeliegende Konzept der Entledigung. Entledigung als Konzept der Befreiung, als Konzept der Entlastung und als Konzept der Erleichterung. Re-Use darf gebraucht aussehen, die Konnotation muss aber eine Art des positiven nostalgischen Glücksgefühls bei Betrachtung auswirken. Das bedeutet: die Kampagne muss spielerisch positive Gegenstände darstellen, die in Vergangenheit Freude geweckt haben, aus dem Alltag stammen, aber eventuell in der Nutzung überholt sind. Gepaart mit dem Call to Action „Fällts nicht schwer gibs her“ werden neue Bevölkerungsgruppen angesprochen zu entrümpeln und Gutes zu bewahren. So konnten im großen Stil Personen motiviert werden, die in ganz Vorarlberg verfügbare Sammlung von Elektrogeräten und Hausrat zur Wiederverwendung anzunehmen.
Durchführung
Durch die Kampagne und weitere Maßnahmen im Jahr 2025 konnte im Vergleich zu 2024 die gesammelte Re-Use-Menge verdreifacht werden.
Alle auf der Kampagne sichtbaren Gegenstände sind tatsächliche Objekte, die in die Wiederverwendung gegeben wurden. Abgelichtet und zusammengestellt zu einem Wimmelbild, das die spielerische, ungezwungene Herangehensweise an das Thema fördert. Die Kampagne lief im Zeitraum September bis November 2025 in ganz Vorarlberg auf Busscreens, Citylights, an ÖBB-Bahnhöfen und online. Allein mit der Onlinepräsenz konnten wir statistisch gesehen jeden Vorarlberger und jede Vorarlbergerin dreimal erreichen. Die Kampagne lief in verschiedenen Formaten, als bewegtes Bild, als Video und als starres Plakat.
Unser ästhetischer Anspruch war, dass die Gebrauchsspuren auf den Gegenständen sichtbar werden. Dadurch soll jeder Gegenstand auf dem Sujet eine positive Geschichte vermitteln. Durch die Anordnung bunter Gegenstände im Rahmen werden die blicke angezogen, um die weiteren Gegenstände zu erkunden. Dadurch fällt die Aufmerksamkeit auf die unterschiedlichen Möglichkeiten bei der Re-Use-Sammlung. Ein Aha-Moment wird geschaffen, der vermittelt, dass fast alles ein zweites Leben haben kann. „Einen Tischtennisschläger habe ich auch noch daheim, den könnte ich abgeben. Den habe ich schon ewig nicht mehr gebraucht!“ Die Infos wie die Abgabe funktioniert ist auf dem Plakat erkenntlich und mit dem QR-Code leicht abrufbar. Und so findet der ökologisch und sozial Uninteressierte zur Re-Use-Sammelstelle der Gemeinde.